Allgemeine Bemerkungen:
Die Welt von Heute zeigt sich als ein widersprüchlicher Prozess des Wirkens einer Reihe destruktivern Kräfte, die den Erfordernissen des gesellschaftlichen Fortschritts diametral zu wiederlaufen. Die Dominanz neoliberaler Kräfte im Weltmaßstab, vor allen des mulinationalen Finanzkapitals, deren globales Wirken verlangen eine Neubestimmung gesellschaftspolitischer Zielsetzung, eine Sammlung progressiver Kräfte die Veränderungen herbeiführen könnten und vor allem aber ein neues strategisches Denken im Hinblick auf die weiteren Perspektiven der Menschheit.
Der brachiale Zerfall des Sozialismus und damit verbunden eine Verteufelung allen progressiven Gedankengutes dieser Epoche bedeutet jedoch nicht das Ende dieses Gesellschaftsmodells, vielmehr kommt es darauf an heraus zu arbeiten, warum es zu dieser Entwicklung kommen konnte , wo die entscheidenden Fehler dieser Entwicklung lagen um heraus zu erkennen, was es zu verändern gilt um auf dem Weg des gesellschaftlichen und historischen Fortschritts weiter voran zu schreiten.
Ich denke in dieser Analyse liegt der Schlüssel zur Beantwortung der Frage, wohin die Entwicklung gehen kann, denn der Verlauf der bisherigen Geschichte der Menschheit zeigt, das auf der Grundlage der historischen Leistungen der großen Denker und Klassiker der Moderne, wie Hegel, Marx, Engels, Lenin, Luxemburg, Kautsky und viele andere, uns eine Reihe von Erkenntnissen und Gesetzmäßigkeiten zur Verfügung stehen, um eine Antwort auf die brennensten Fragen der Gegenwart zu finden.
Einige Gedanken zur Krise der m/l Ideologie
Sie brach offen hervor als M Gorbatschow mit seiner Perestroika und Glasnost im Mutterland des Sozialismus das Denken der Menschen von den Dogmen der ewigen Wahrheiten des M/L
öffnete oder befreite. Die Freiheit des Denkens der Menschen eröffnete das starre Schema der ewigen Wahrheiten der soz. Ideologie. Es zeigte in seiner Endkonsequenz das diese Ideologie nur in sofern eine ewige Wahrheit blieb, wie es der Macht der herrschenden Parteibürokratie dienlich war und sie stabilisierte. Alles was bis Dato dagegen wirkte wurde mit brachialer Gewalt unterdrückt und als parteischädigendes Verhalten verurteilt, als ein Abgleiten in Revisionismus oder Reformismus und diejenigen die damit in Zusammenhang gebracht wurden, wurden verurteilt und geächtet (Havemann, Janka Ackermann in Deutschland, M Djilas in Jugoslawien mögen hier als Beispiele genügen....
Die staatlich verordnete Totalität dieser Ideologie bedeutete einerseits, dass jegliches neue Gedankengut im Bezug auf theoretische oder strategisches Denken, also neue Entwicklungstendenzen ausgeschlossen wurden als feindliche imp. Ideologie, die es im Keime zu bekämpfen galt und andererseits neue Ideen, Theorien und Kritiken einer strengen Kontrolle unterzogen wurden, inwieweit diese der eigenen Entwicklung förderlich und dienlich waren.
Die Folge davon war Stagnation über dimensionale Einseitigkeit im strategischen Denken,
Abschottung vor feindlicher Propaganda bis hin zur totalen Überwachung aller Gesellschaftswissenschaftler.
Immer deutlicher wurde, das die Freiheit des Denkens, einerseits das Herrschaftsmonopol der m/l Ideologie beendete und andererseits eine wesentliche Vorbedingung für weiteren gesellschaftlichen Fortschritt darstellte, denn
Ideen und Gesellschaftestrategien werden erst dann zur gesellschaftsumwälzenden Kraft, wenn sie die Massen ergreifen, also ihre ureigensten Lebensinteressen und Bestrebungen widerspiegeln..
Bis zu einen bestimmten Punkt der gesellschaftlichen Entwicklung war der M/L eine solche die Massen bewegende Kraft. Zunehmend zeigte sich jedoch und das ist ein erster Kritikpunkt der gesellschaftlichen Praxis, dass es im Theoriengebäude des M/L keine oder nur wenige Momente gab, die wie man so schön sagt, die Massen von der Bank gerissen haben, die also so attraktiv waren um die Massen des Volkes in eine neue revolutionäre Euphorie zu führen. Im Gegenteil, die Gestaltung der entwickelten soz. Gesellschaft stagnierte, Politikverdrossenheit verbreiterte sich und die Menschen entwickelten zunehmend alternative Initiativen um ihr Leben zu attraktiveren. Es gilt deshalb einerseits heraus zu finden, wie und warum es zum Bruch, oder zu dieser Fehlentwicklung gekommen ist und andererseits ist jedoch das progressive Gedankengut dieser Theorie für die weitere gesellschaftliche Entwicklung zu nutzen.
Es kommt also darauf an, den M/L, in der Einheit seiner drei Bestandteile, der
M/l Philosophie,
der soz. Politischen Ökonomie und
des Wissenschaftlichen Kommunismus
näher zu untersuchen, um die Schwachpunkte dieser Ideologie zu erkennen und zu verarbeiten.
In diesen Rahmen ist es mir nicht möglich umfassende Antworten auf alle Fragen in diesen Zusammenhang zu geben, dazu bedarf es einfach bestimmte konkrete Voraussetzungen, was ich nur versuchen kann ist meine Gedanken zu einigen ausgewählten Fragen zu geben die mir persönlich am Herzen liegen. Es handelt sich hierbei um Fragen, die mir im Verlaufen meiner Entwicklung als Fachlehrer an einer Militärhochschule aufgefallen sind und erst Jahre nach den Zerfall der Soz. Systems bewusst wurden.
Einige Gedanken zur Verabsolutierung phil. Probleme und deren Folgen...
Ohne größeren Wert auf wissenschaftlichen Stil zu legen möchte ich meine Gedanken zu einigen phil. Fragen anreißen und deren Folgen für die Widerspieglung in der Politik der herrschenden Parteibürokratie darlegen. Einige Gedanken, die mit der Grundfage der Philosophie, der Frage nach dem Verhältnis von Materie und Bewusstsein...in Zusammenhang stehen.
Bekannter Maßen unterteilt sie das phil. Denken je nach der Art und Weise ihrer Beantwortung nach dem Primat in zwei große Denkrichtungen, den Vertretern des Materialismus und des Idealismus...Das ist schon Ok für die gesellschaftswissenschaftliche Forschung, wenn aber doktrinär diese methodologische Unterscheidung Eingang in die Gestaltung politischer Prozesse findet und verabsolutiert wird, ist ein Abgleiten in den Dogmatismus unvermeidlich. Die Verabsolutierung des Materialistischen Herangehens an alle Fragen des gesellschaftlichen Lebens und die Abwertung Idealistischer Denkmuster und Ideen als feindliches Gedankengut, führt nicht nur zur Einseitigkeit des Denkens, sondern hat auch fatale Folgen für die Strategiefindung bei der Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse, bis hin zur Zementierung der Welt in 2 sich feindlich gegenüberstehende Lager....
Diese Verherrlichung des Primats der Materie, als das einzig Wahre zeigt diese Einseitigkeit.
Obwohl in der gesellschaftswissenschaftlichen Praxis immer von einen Wechselverhältnis, oder von seiner gegenseitigen Bedingtheit gesprochen und gelehrt wurde, bedeutete jedoch in der Endkonsequenz jegliches abweichen vom materialistischen Standpunkt egal in welchen gesellschaftlichen Bereich, Revisionismus oder Reformismus und wurde bekämpft und unterdrückt.
Ein anderes Thema was in diesen Zusammenhang von Bedeutung ist, zeigt sich in der Definition beider Begriffe, oder Kategorien phil. Denkens und deren Bedeutung für die Gestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse, ich meine hier die Dialektik von gesellschaftlichen Bewusstsein und gesellschaftlichen Sein...
Materie, allgemein als phil. Kategorie zur Bezeichnung der objektiven Realität definiert, die außerhalb und unabhängig vom Bewusstsein des Menschen existiert, von diesen jedoch erkannt und bewusst verändert werden kann, schließt jedoch auch in sich ein, dass das Bewusstsein, als bewusstes Sein, gleichfalls nichts anderes ist, als denkende Materie, wobei ich mit dem bewussten Sein die neue Qualität der vielfältigen Erscheinungsformen der Materie hervor hebe, die alle anderen Formen der Materie bewusst gestalten, erkennen und verändern kann.
Die Frage nach dem „Wie“ das gesellschaftliche Bewusstsein der Menschen zu gestalten, oder zu beeinflussen ist, um verändernd auf die gesellschaftliche Praxis, dem „gesellschaftlichen Sein“, zu wirken, stand dabei immer im Mittelpunkt der Politik der führenden Kräfte des Sozialismus.
Obwohl es in der gesellschaftlichen Wirklichkeit eine Reihe von vorbildlichen Errungenschaften, wie Erziehungs- und Bildungssystem, Gesundheitswesen und kulturelle Vielfalt zur Verfügung standen, die von allen Mitgliedern der Gesellschaft kostenlos genutzt werden konnten, waren nur bescheidene Erfolge zu verzeichnen. Die Zielstellung einer allseitig entwickelten, freien und souveränen Persönlichkeit scheiterte an der Praxis der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Dies aber alleinig auf die besondere Klassenkampfsituation, Wettbewerb beider Systeme, zu reduzieren, wäre zu verflacht, viel wesentlicher ist die Untersuchung der Frage nach den objektiven Bedingungen zu Umsetzung dieser Frage, die gegeben sein müssen, d.h. entsprachen die gesellschaftlichen Bedingungen also die materielle Basis den Anforderungen, um entsprechende Veränderungen im gesellschaftlichen Bewusstsein zu bewirken...
Meiner Auffassung nach waren weder die notwendigen ökonomischen noch politischen Voraussetzungen in der gesellschaftlichen Realität, gegeben um positiver Veränderungen zu erreichen, noch entsprach die Stellung des subjektiven Faktors diesen Gegebenheiten, andererseits führten Fehleinschätzungen im Bezug auf den Zustand des Grades des gesellschaftlichen Bewusstseins zu Sorglosigkeit und Fahrlässigkeit.
Einerseits wuchs das materielle Vermögen der Gesellschaftsmitglieder im Verlaufe unserer Entwicklung und andererseits fehlten die Möglichkeiten dieses sinnvoll im eigenen Interesse zu verwenden.... es geht also letzt endlich um die schnöden materiellen Möglichkeiten, die ja tagtäglich in ihrer Vielfalt über die Massenmedien von Außen unseren Menschen als gegeben suggeriert, und durch die politisch verhärtete Trennung beider Systeme jedoch gewaltsam beschränkt wurden.
Die Vielfalt der Materie, besonders der Bewussten, in Gestalt der Entwicklung gesellschaftlicher Strukturen, erfordert eine neue Herangehensweise zu ihrer Formung. Gesellschaftliches Bewusstsein erwächst aus der Vielfalt der Interpretationen dieser Vielfalt der Materie im Bewusstsein, es entwickelt sich nun mal nicht automatisch infolge der bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse. Hier liegt die große Verantwortung unser philosophischen Denker und der politischen Kräfte bei deren Gestaltung.
Ich meine es kommt darauf an, den Handeln der gesellschaftlichen Kräfte der Gesellschaft neue praktikable Inhalte zu vermitteln, die sie befähigen mit Kraft und Elan gesellschaftliche Veränderungen herbei zu führen.
Der Weltcrash des Sozialismus, die Diskreditierung seiner Theorien und Ziele erfordern besonders heute nicht nur eine Neuformierung der progressiven gesellschaftlichen Kräfte sondern in erster Linie eine neue strategische Linie im Denken, und auf deren Grundlage die
Sammlung all jener Kräfte, die die Anforderungen des gesellschaftlichen und historischen Fortschritts der Menschheit weiter vorantreiben können.
Ich hatte zu Anfangs und am Ende meiner Ausführungen bewusst auf die viel zitierte Diktion des Kommunismus oder Sozialismus verzichtet und statt dessen mit der Formulierung des gesellschaftlichen und historischen Fortschritts gearbeitet.
Wohl wissend das dieser Begriff bisher in der gesellschaftlichen Forschung in beiden Richtungen philosophischen Denkens nur geringe Aufmerksamkeit zuteil wurde. Das lag wohl an der Tatsache, dass in beiden gesellschaftlichen Systemen dessen Elemente wirkten und vorangetrieben wurden und eben Abgrenzung einerseits vom anderen System an der Tagesordnung stand und andererseits eben der anderen Seite permanent unterstellt wurde das er dort nicht oder nur bedingt wirkt.
Dabei ist es doch ganz einfach bis auf die letzen 80 Jahren Geschichte der Menschheit in der Moderne, war die Entwicklung der Menschheit im wesentlichen ein einheitlicher Prozess in Richtung eben dieses gesellschaftlichen und historischen Fortschritts, der zwar auf der Grundlage der unterschiedlichen Kulturen, der geografischen Bedingungen und den ökonomischen Besonderheiten differenziert verlief, aber doch im wesendlichen mit Höhen und Tiefen voran schritt.
Der Wettkampf beider Systeme um eben „den Sieg“ in diesen Kampf, noch dazu unter den Bedingungen des Wirkens einer neuen Etappe der Wissenschaftlich-Technischen Revolution führte bekannter Maßen zum Zerfall des Weltsozialismus. Die Welt ist also im Hinblick auf die diversen Entwicklungsprozesse des Fortschritts wieder einig....und gleichzeitig auch wieder nicht, wenn es um den Wettbewerb der Nationen und Wirtschaftsgebilde im Kampf um Einflußspähren und Ressourcen geht,
Die Frage die also heute auf der Tagesordnung steht ist also, in welche Richtung muss sich die Entwicklung der Menschheit vollziehen um den Anforderungen der Gegenwart Rechnung zu tragen.
Ich meine, dass nicht nur von Theoretischen her gesehen, alles notwendige Gedankengut zur Lösung dieser Frage vorhanden ist, einschließlich der diversen Erfahrungen aus der gesellschaftlichen Praxis des real existierenden Sozialismus,
Auch existiert heute eine breite politische Bewegung von Menschen aus allen Klassen und Schichten, die nicht nur linkes oder gesellschaftsveränderndes Gedankengut verkörpern und auch Willens sind, diese auch herbei zu führen.
Auch von den objektiven Bedingungen her gesehen, hoher vergesellschaftungsgrad der Produktion und der Kapitale, deren Internationalisierung, Weltumfassende Kommunikation und Verkehr und eine Polarisierung der politischen Kräfte zeigen, das die Zeit reif ist für gesellschaftliche Veränderungen. Es geht also im Wesentlichen einerseits um Inhalte und Ziele der Bewegung und andererseits um den Weg und das wie.
Abschließend möchte ich hier meine Gedanken zum gesellschaftlichen (oder sozialen) und historischen Fortschritt zu Diskussion stellen, die sowohl als Inhalt und Ziel einer gesellschaftsverändernden Bewegung und auch als Sammelbecken für progressive Kräfte dienen könnten, wenn sie durch definierte Werte verfestigt werden.
Ich sehe also den gesellschaftlichen und historischen Fortschritt als einen Prozess, als eine Gesamtheit von Maßnahmen und Aktionen der Menschen, Klassen, Staaten und Organisationen zur Fortentwicklung bestehender gesellschaftlicher Verhältnisse, Kulturen sozialen Beziehungen und Regionen mit dem Ziel einer allmähligen kontinuierlichen Reproduktion oder Verbesserung des materiellen und geistigen Lebensprozesses auf immer höherer Stufe....
Haupttriebkraft dieser Entwicklung ist der Mensch mit seiner Fähigkeit denkend, bewusst und sozial verträglich seinen Entwicklungsprozess zu gestalten...
Wichtigste Mittel sind dabei die Natur in ihrer Vielfalt mit all ihren Gesetzmäßigkeiten und Ressourcen, die Wissenschaft und Technik mit all ihren Möglichkeiten und einen ökologisch vertretbaren Reproduktionsprozess des materiellen Lebens unter Einbeziehung all jener Wachstumsfaktoren der gesellschaftlichen Produktion, die vertretbar und machbar sind....
Soweit einige erste Gedanken und Schlussfolgerungen aus meiner Sozialismuskritik. In einen 2.Teil werde ich versuchen einige Probleme der Kritik der soz. Ökonomie und der Probleme des Wissenschaftlichen Kommunismus näher zu bearbeiten und dabei versuchen den Zusammenhang zum Fortschrittsgedanken im Auge zu behalten.
Erarbeitet P.Mosch
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